Ratgeber zum Kindergeld & Kinderzuschlag

Kindergeld wird zur Steuerfreistellung des elterlichen Einkommens in Höhe des Existenzminimums eines Kindes durch die Familienkassen gezahlt. Das Existenzminimum umfasst auch den Bedarf für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung des Kindes. Soweit das Kindergeld dafür nicht erforderlich ist, dient es der Förderung der Familie.

Kinderzuschlag ist eine Sozialleistung und wurde zum 01.01.2005 zusammen mit der Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz IV) eingeführ. Der Kinderzuschlag soll Familien finanziell entlasten, bei denen die Eltern mit ihrem Einkommen den eigenen Grundbedarf, jedoch nicht den der Kinder decken können.

Ratgeber zu den Leistungen:

Abschnitt I: Kindergeld
Abschnitt II: Kinderzuschlag
Abschnitt III: Erklärvideo

Fragen und Antworten zum Kindergeld

resource_post_5Kindergeld erhalten:

  • Deutsche mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland
  • Deutsche, die im Ausland wohnen und in Deutschland entweder unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind oder entsprechend behandelt werden und
  • Ausländer, die in Deutschland wohnen, wenn sie eine Niederlassungserlaubnis oder eine bestimmte Aufenthaltserlaubnis besitzen.

Kindergeld wird gezahlt für

  • leibliche Kinder,
  • Kinder des Ehegatten (Stiefkinder),
  • Enkelkinder und
  • Pflegekinder.

Das Kindergeld wird an die Person ausgezahlt, in deren Obhut sich das Kind befindet. Lebt das Kind mit beiden Eltern zusammen, können diese bestimmen, wer von ihnen das Kindergeld erhalten soll.

Das Kindergeld ab 01.01.2017 beträgt monatlich:

  • Für das erste und zweite Kind jeweils   192 Euro,
  • für das dritte Kind                                     198 Euro,
  • für jedes weitere Kind                               223 Euro.

Ihr Antrag auf Kindergeld muss schriftlich gestellt und von Ihnen unterschrieben werden.

Zuständig ist

  • eine der 14 Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit oder
  • für im öffentlichen Dienst beschäftigte Eltern die Familienkasse ihres Arbeitgebers oder Dienstherrn.

Die Entscheidung über Ihren Anspruch auf Kindergeld erhalten Sie schriftlich von der Familienkasse.

Anspruch auf Kindergeld besteht für jeden Monat, in dem wenigstens an einem Tag die Anspruchsvoraussetzungen vorgelegen haben. Der Anspruch verjährt vier Jahre nach dem Jahr, in dem er entstanden ist.

Kindergeld gibt es für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr. Zum Kindergeld über das 18. Lebensjahr hinaus siehe nachfolgende Frage.

Für volljährige Kinder besteht Anspruch auf Kindergeld, wenn sie besondere Voraussetzungen erfüllen.

Voraussetzungen beim Kind / GrundtatbestandAltersgrenze
1. Kind hat keine Arbeit und sucht einen ArbeitsplatzBis zum vollendeten 21. Lebensjahr
2. Kind befindet sich in BerufsausbildungBis zum vollendeten 25. Lebensjahr
    Kind befindet sich in einer Übergangszeit von höchstens vier     Monaten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten
    Kind möchte eine Berufsausbildung absolvieren, wartet aber     noch auf einen Ausbildungsplatz
    Kind leistet einen im Gesetz genannten Freiwilligendienst
3. Kind ist behindert, bevor es sein 25. Lebensjahr vollendet und     kann sich deswegen nicht selbst unterhaltenOhne Altersgrenze

Die Erwerbstägigkeit ist unschädlich, wenn

  • die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit insgesamt nicht mehr als 20 Stunden beträgt oder
  • ein Ausbildungsdienstverhältnis oder
  • ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis

vorliegt.

Lehnt die Familienkasse Ihren Antrag auf Kindergeld ab, können Sie dagegen innerhalb der Rechtsbehelfsfrist Einspruch einlegen.
Hat der Einspruch keinen Erfolg, können Sie beim Finanzgericht Klage erheben.

Haben Ihre Eltern kein Kindergeld beantragt, obwohl sie darauf Anspruch haben, können Sie als Kind den Antrag stellen. Anspruchsberechtigter ist aber ein Elternteil.
Wenn der Kindergeldberechtigte seiner Unterhaltspflicht gegenüber Ihnen nicht nachkommt, können Sie sich als Kind das Kindergeld von der Familienkasse auszahlen lassen. Bitte wenden Sie sich in diesen Fällen an Ihre Familienkasse.

Bitte teilen Sie Ihrer Familienkasse die neue Bankverbindung schriftlich mit. Sie bekommen daraufhin eine schriftliche Bestätigung der Änderung von der Behörde.

Sie sind verpflichtet, Ihrer Familienkasse unverzüglich mitzuteilen, wenn sich in Ihren Verhältnissen und denen Ihrer Kinder etwas wichtiges für das Kindergeld geändert hat.

Melden Sie der Familienkasse insbesondere, wenn

  • das Kind nicht mehr zum Haushalt des bisherigen Kindergeldberechtigten gehört,
  • die Eltern und/oder das Kind den Wohnsitz verlegen,
  • das Kind vorzeitig die Ausbildung beendet oder abbricht,
  • das Kind nicht mehr arbeitslos ist,
  • sich die Einkünfte und Bezüge des Kindes erhöht haben,
  • die Eltern auf Dauer getrennt leben,
  • sich Ihre Anschrift oder Ihre Bankverbindung ändert.

Fragen und Antworten zum Kinderzuschlag

Kindergeldberechtigte haben Anspruch auf Kinderzuschlag für ihre unter 25 Jahre alten Kinder, wenn

  • diese Kinder in ihrem Haushalt leben sowie unverheiratet oder nicht verpartnert sind,
  • für diese Kinder Kindergeld oder eine das Kindergeld ausschließende Leistung bezogen wird,
  • die monatlichen Einnahmen der Eltern die Mindesteinkommensgrenze erreichen,
  • das zu berücksichtigende Einkommen und Vermögen die Höchsteinkommensgrenze nicht übersteigt und
  • der Bedarf der Familie durch die Zahlung von Kinderzuschlag und evtl. zustehendem Wohngeld gedeckt ist und deshalb kein Anspruch auf Arbeitslosengeld II/Sozialgeld besteht.

Der höchstmögliche Kinderzuschlag beträgt für jedes im gemeinsamen Haushalt lebende Kind seit dem 01.01.2017 monatlich 170 Euro. Bei mehreren Kindern setzt sich der Gesamtkinderzuschlag aus der Summe aller einzelnen Kinderzuschläge zusammen.

Der Kinderzuschlag wird zusammen mit dem Kindergeld monatlich gezahlt.

Die Mindesteinkommensgrenze beträgt für Elternpaare 900 Euro, für Alleinerziehende 600 Euro. Den Kinderzuschlag können Eltern nur dann beanspruchen, wenn ihre monatlichen Einnahmen in Geld oder Geldeswert (z. B. Bruttoeinkommen aus Erwerbstätigkeit, Arbeitslosengeld I, Krankengeld etc.) die jeweilige Mindesteinkommensgrenze erreichen.

Gleichzeitig darf das zu berücksichtigende Einkommen und Vermögen (Bruttoeinkommen und –vermögen gemindert um etwaige Abzugsbeträge) die Höchsteinkommensgrenze nicht übersteigen. Die Höchsteinkommensgrenze setzt sich aus dem elterlichen Bedarf im Sinne der Regelungen zum Arbeitslosengeld II und dem prozentualen Anteil an den Wohnkosten (Bemessungsgrenze) sowie dem Gesamtkinderzuschlag zusammen.

Ein gleichzeitiger Bezug von Arbeitslosengeld II/Sozialgeld beziehungsweise Leistungen der Sozialhilfe und Kinderzuschlag ist nicht möglich.

Zusätzlich können Bezieher von Kinderzuschlag für ihre Kinder auch Leistungen für Bildung und Teilhabe erhalten.

Im Einzelnen kommen hierbei folgende Leistungen in Betracht:

  • eintägige Ausflüge von Schule oder Kindertagesstätte,
  • mehrtägige Klassenfahrten von Schule oder Kindertagesstätte,
  • Ausstattung mit persönlichem Schulbedarf
  • Beförderung von Schülerinnen und Schülern zur Schule,
  • angemessene Lernförderung,
  • gemeinschaftliche Mittagsverpflegung in der Schule, Kindertagesstätte oder Hort sowie
  • Leistungen für die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft

Die Bildungs- und Teilhabeleistungen sind bei der zuständigen kommunalen Stelle zu beantragen. Dort erhalten Sie auch entsprechende Antragsvordrucke.

Kinderzuschlag ist ausschließlich bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit zu beantragen. Sie ist auch für die Bearbeitung zuständig. Dies gilt gleichermaßen für Angehörige des öffentlichen Dienstes. Über den Antrag auf Kinderzuschlag entscheidet die Familienkasse durch schriftlichen Bescheid.

Bei Fragen zur Antragstellung und zu ihrem konkreten Einzelfall wenden Sie sich am besten persönlich an die für Ihren Wohnort zuständige Familienkasse.

Videos

Erklärvideo zum Kindergeld

Erklärvideo zum Kinderzuschlag

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